Erfahrungen/Meinungen

4-Konten-Modell – Meine finanzielle Basis

Mein 4-Konten-Modell – Meine finanzielle Basis

Die Basis bei den Finanzen ist ein strukturiertes Konten-Modell. Das hört sich erst mal nicht sexy an – ist aber unbedingt notwendig. Durch das richtige Konten-Modell fällt einem das Sparen/Investieren leichter, da man tägliche Konsumausgaben und Sparen/Investieren trennen und automatisieren kann. Überall wo ich im Alltag Zeit sparen kann, versuche ich es. Ein automatisiertes Konten-Modell ist also perfekt für faule „effizient denkende“ Menschen wie mich. Das Konten-Modell kann durchaus, je nach Lebensumstand, anders aussehen. Ein perfektes Modell für alle Menschen gibt es nicht.
Fragen, die beim Aufbau eines Konten-Modells helfen können:

  • Habe ich eine Immobilie? Wie plane ich große, anstehende Ausgaben wie z.B. eine Heizungsreparatur oder eine Erneuerung des Daches?
  • Lebe ich in einer Beziehung? Gibt es Kosten, die man gemeinschaftlich Tragen möchte?
  • Benötigt man bei Selbstständigkeit ein separates Konto, um privates und berufliches Geld zu Trennen?
  • Wie viel Aufwand ist im Alltag und bei Steuererklärungen okay? Je komplizierter das Konten-Modell, desto mehr Aufwand hat man.
  • Wie sieht mein Alltag aus und wie bzw. wie oft benötige ich Bargeld? Bei welchen Banken habe ich die Möglichkeit, in meiner Nähe, an Bargeld zu kommen?
  • Wie gut ist mein Umgang mit Geld? Brauche ich z.B. ein Spaßkonto, damit Ausgaben wie Konzertbesuche, Partys etc. fix und gedeckelt sind?
  • Sind meine derzeitigen Konten noch zeitgemäß? Ein Sparbuch in heutiger Zeit macht keinen Sinn.
  • Bin ich diszipliniert und kann gut mit Geld umgehen? Oder benötige ich viele, klar getrennte Konten?
  • Habe ich eine Lebensversicherung oder andere Finanzprodukte? Zähle diese mit auf!

Mein 4-Konten-Modell

In diesem Beitrag würde ich euch gerne mein persönliches Konten-Modell vorstellen. Warum mein 4-Konten-Modell? Na weil es zig andere Konten-Modelle gibt. In letzter Zeit habe ich nach und nach meinen Finanzfluss automatisiert. Am Anfang jeden Monats werden bestimmte Summen auf die Konten verteilt. Dies hat den Vorteil, dass man nicht mehr so viel händisch eingreifen muss und so fällt einem das Sparen und Investieren deutlich leichter. Außerdem behält man die Ausgaben im Blick, da ansonsten die gewünschte Spar- und/oder Investmentrate nicht funktioniert. Es spart außerdem sehr viel Zeit.

Der Name ist in diesem Fall Programm. Das 4-Konten-Modell besteht insgesamt aus 4 Konten:

  1. Girokonto
  2. Gemeinschaftskonto
  3. Depot
  4. Tagesgeldkonto
Mein 4-Konten-Modell

Mein 4-Konten-Modell

1. Girokonto

Ein Konto, welches fast jeder Mensch in Deutschland besitzt: Das Girokonto. Laut Statista gab es 2016 in Deutschland 102,7 Millionen Girokonten (Quelle). Es ist ein Konto für einkommende Gehälter, sowie für tägliche Ausgaben. Auf diesem Konto ist genügend Puffer, sodass alle normalen Ausgaben in einem Monat abgesichert sind. Dies sind u.a. folgende Ausgaben: Versicherungen, Handy-Tarif, Tankkosten, KFZ-Steuer, Hygiene-Artikel, Kleidung, etc. Das Girokonto ist mein Konsumkonto.

2. Gemeinschaftskonto

Ausgaben, die meine Freundin und ich uns teilen gehen vom Gemeinschaftskonto ab. Wir überweisen monatlich den gleichen Betrag auf dieses Konto und zahlen damit unter anderem folgende Punkte: Mieter, Strom/Gas, Internet, Essen/Trinken, Restaurant-Besuche etc. Auf diesem Konto wird kein Geld langfristig gespart. Es ist ein „gemeinschaftliches Konsumkonto“.  Das Konto haben wir seit einigen Jahren und wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ohne Gemeinschaftskonto wäre der Alltag deutlich komplizierter.

3. Depot

Derzeit habe ich ein Depot-Konto bei der comdirect. Monatlich überweise ich jeweils einen fixen Beitrag für meine Altersvorsorge, sowie für meine Vermögensbildung. Die Altersvorsorge findet monatlich über einen Aktienfond statt, der automatisiert bespart wird. Bei der Vermögensbildung investiere ich in Einzelaktien. Das Geld auf diesem Depot benötige ich in den nächsten Jahren nicht. Ich teile die Altersvorsorge und die Vermögensbildung anhand verschiedener Asset-Klassen auf. Theoretisch könnte man, um noch mehr Struktur zu bekommen, die Altersvorsorge auf ein separates Depot legen. Mir reicht ein Depot für beides. Auf diesem Depot habe ich immer ein wenig Puffer, damit ich bei passenden Gelegenheiten am Aktienmarkt tätig sein kann. Von dem Depot gehen 8% Anteil meines fixen Einkommens in die Altersvorsorge. 27% Anteil werden direkt in Einzelaktien investiert.

4. Tagesgeldkonto

Auf das Tagesgeldkonto fließt ebenfalls monatlich ein fixer Betrag. Mit diesem Betrag decke ich anstehende Kosten ab. Beispiel hierfür: Urlaub, neue Möbel, neues Auto, etc.
Im Gegensatz zum Girokonto sind dies größere Ausgaben, die in mittelfristiger Zeit anstehen.
Meine Notfallreserve befindet sich ebenfalls auf diesem Konto. Dies ist ein fixer Betrag, den ich wirklich nur im Notfall anrühre. Vorab habe ich mir Gedanken gemacht, welche Betrag ich wirklich im Worst-Case brauche und dieser liegt seitdem auf dem Tagesgeldkonto. Die Notfallreserve wird bei mir nicht automatisch erhöht. Wenn sich meine Lebensumstände ändern und ich eine höhere/kleinere Notfallreserve brauche, passe ich dies manuell an. Das sollte aber sehr selten vorkommen.

Das Tagesgeldkonto ist sehr wichtig für mich. Ohne die Reserven könnte ich nicht mit Ruhe und Gelassenheit in Aktien investieren. Notfälle sind damit abgesichert und größere Ausgaben werden damit beglichen. Das Konto sorgt dafür, dass ich in Ruhe investieren kann und nicht immer wieder Aktien aufgrund eines kurzfristigen finanziellen Engpasses verkaufen muss.

Aufteilung der monatlichen Überweisungen

Monatliche Aufteilung meinex fixen Einkommens auf 4 Konten

Monatliche Aufteilung meines fixen Einkommens auf 4 Konten

In der Grafik sieht man den Fluss meines Einkommens – verteilt auf die Konten. Beim Girokonto sind die bekannten, fixen Kosten gedeckt. Zusätzlich fließen ca. 10% meines Einkommens als Puffer in das Girokonto. Diese sind für nicht regelmäßige Ausgaben wie z.B. Konzertbesuche, Kauf von Kleidung, Feiern, etc. – Ausgaben, die ich nicht wirklich plane, die aber garantiert hier und da anfallen. Sobald der Betrag auf dem Girokonto zu groß wird, überweise ich einen Teil auf das Depot-Konto.

Ganz wichtig: habe ich nur mein fixes, monatliches Einkommen mit eingerechnet. Urlaubsgeld, 13. Gehalt, sowie meine Einnahmen aus meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit überweise ich manuell vom Girokonto auf das Depot oder Tagesgeldkonto. Dies sorgt weiter für Flexibilität. Gerade das Einkommen aus meiner Selbstständigkeit ist nicht planbar und schwank monatlich sehr. Daher sehe ich es bei meinen Konten als Zusatzverdienst und rechne nicht fix damit. Die Gefahr ist natürlich da, wenn man es nicht automatisch überweist, dass man die Beträge für Konsum ausgibt. Bis jetzt war ich diszipliniert genug, dies nicht zu tun. Ob das weiter so bleibt wird die Zukunft zeigen.

Mein Fazit

Mit den 4 Konten habe ich aufjedenfall genügend Struktur um meine Finanzen sauber aufzustellen. Mir war es dabei wichtig, es so simpel wie möglich zu machen. Keep it simple. Auf dem Girokonto habe ich genügend Puffer –  die anderen Konten werden jeden Monat automatisch bespart. Durch die Konten sehe ich sehr schön das Verhältnis zwischen Konsum, Sparen und Investieren. Ganz sicher ist das Modell aber nicht perfekt für jeden – viele Wege führen nach Rom und es gibt vielleicht andere Modelle für dich, die für dich besser passen. Das Thema an sich ist jetzt nicht total spannend, jedoch sollte man sich darüber vor dem Investieren Gedanken machen. Ansonsten kann das Thema Sparen oder Notfallreserve sehr schnell vergessen werden. Wenn man sich Gedanken zu den Konten macht, wird man sich in der Regel auch die Ausgabenseite angucken und merken, wo man noch Optimierungsbedarf hat. Wenn es noch Optimierungsbedarf bei meinem Modell gibt, dann ist es das flexible Einkommen, welches ich bisher manuell Investiere. Das flexible Einkommen taucht wie bereits erwähnt nicht in der obigen Grafik auf.

Insgesamt kann man sagen, das mir das Konten-Modell genügend Struktur bietet- mit ausreichender Flexibilität.

Wie findet ihr das Konten-Modell?
Macht ihr es komplett anders oder sogar sehr ähnlich? Habt ihr weniger oder mehr Konten?

Eure Meinung interessiert mich sehr!

6 Kommentare

  1. Schachti

    Hallo klingt alles sehr strukturiert. Ich würde zur Optimierung eine kostenfreie Kreditkarte einsetzen.

    • Daniel

      Hallo Schachti,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Tatsächlich steckt hinter dem Konten-Modell noch eine Kreditkarte. Diese nutzte ich jedoch vorrangig im Urlaub. Die Ausgaben decke ich dann 1:1 mit dem Ersparten aus dem Tagesgeldkonto. Die Kreditkarte habe ich nicht aufgeführt, da sie für mich nur Mittel zum Zweck ist und eine reine durchlaufende Position ist.

      Machst du es ähnlich?

      Viele Grüße,
      Daniel

  2. Hi Daniel,
    bei mir sieht es 1:1 genau so aus was die Kontenstruktur angeht. Ich habe darüber hinaus noch ein zweites Girokonto, welches ich jedoch derzeit nicht aktiv nutze. Es wird erst dann wieder nützlich, wenn zB Miet- oder sonstigen Einnahme/Ausgaben über ein separates Konto fließen und sich nicht mit den „täglichen“ Einnahmen/Ausgaben vermischen sollen.
    Ich finde es gut, dass du es möglichst simpel hältst, denn das ganze soll einen ja unterstützen und nicht mehr Zeit kosten 🙂

    Gruß,
    Wolfgang

    • Daniel

      Hallo Wolfgang,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Vor einigen Jahren hatte ich auch noch Konten, die ich nicht genutzt habe. An einem Wochenende habe ich mich dann mal hingesetzt, diese kurz gesammelt und dann die Kündigungen geschrieben. Ich finde es einfach für mich klarer, wenn ich Konten kündige, die ich nicht nutze. Ansonsten kann es schnell chaotisch werden 🙂 Aber wie bei dir geht es ja noch 🙂
      Ja genau – Keep it simple war mir sehr wichtig. Klar kann ich noch zig andere Konten mir da drum herum bauen, es bringt nur für mich keinen Mehrwert. Mit dem Modell fahre ich gut.

      Hast du auch ein Sparkonto, wo die Notgeldreserve und Spareinlagen liegen?

      Viele Grüße,
      Daniel

      • Ich nutze dafür einfach das Tagesgeldkonto, das Teil meines Girokontos ist. Das ist meiner Meinung nach die einfachste Lösung und außerdem erhalte ich so auch noch sagenhaften 0.01% Zinsen p.a.!!!
        Ich finde es sogar gefährlich zu viele Konten zu haben denn bei aller Vorsicht kann es dazu kommen dass auf ein Mal das „Mietkonto“ nicht genug Guthaben hat und schnell im Minus steht. Da habe ich einfach keine Lust drauf immer wieder darauf achten zu müssen, dass überall genug Geld liegt. Lastschriften helfen aber genau dann nicht wenn sich etwas an der Situation ändert und auf einmal mehr oder das Geld etwas schneller überwiesen werden muss. Ich sehe das schon an meinem Gemeinschaftskonto mit meiner Freundin. Wenn man nicht aufpasst, ist man schneller im Minus als man denkt obwohl genug Geld an anderer Stelle liegt. Auf dieses Micromanagement habe ich einfach keine Lust und keine Zeit für. Erst recht dann nicht, wenn es mir keinen wirklichen Vorteil bringt.

  3. Hallo Daniel,

    als ich den Artikel gelesen habe, hättest du genauso von meiner Kontoaufteilung schreiben können. Ich habe ein Tagesgeldkonto wo nicht nur Notgroschen, sondern auch das Geld für jährliche Zahlungen wie Versicherung oder Vereinsbeiträge abgehen. Das Ganze wird bei mir noch in einer Excel-Liste erfasst wo ich quasi virtuelle Konten für jeden Zweck eingerichtet habe und das Tagesgeldkonto nochmal unterteile.

    Ansonsten kann ich das jedem auch nur so empfehlen. Das Gemeinschaftskonto nutze ich mit meiner Verlobten auch um alles rund um Haushalt und Co zu bezahlen. Damit behält man auch gut die Übersicht.

    Viele Grüße vom Privatanleger!

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