Erfahrungen/Meinungen

Schuldenfrei leben – entspannt leben

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In den letzten Jahren vertiefe ich nach und nach mein Wissen in Sachen Finanzen. Ich bin kein Experte. Ich lerne jeden Tag dazu. Vor einigen Jahren habe ich einen Kredit für meinen Golf aufgenommen und erst jetzt im Nachhinein merke ich, dass es ein Fehler war.

Über die Jahre zahlt man einiges an Zinsen. Ein kleiner Zinssatz von 3 oder 4 Prozent sieht erst einmal nicht hoch aus, wenn man jedoch den Betrag berechnet, den man dann insgesamt über die Laufzeit zahlt, wird einem erst bewusst, wie teuer ein Kredit sein kann. Kein Kredit aufzunehmen spart Geld.

Doch unabhängig von den Kosten, ist ein Kredit auch immer eine Art Belastung. Jeden Monat wird eine gewisse Summe vom Konto abgezogen. Schön fühlt sich das nicht an. Schuldenfrei leben heißt, dass man deutlich entspannter Leben kann. Was passiert, wenn ein Mensch seinen Job verliert, er aber hohe Ratenzahlungen jeden Monat stemmen muss? Dann kommt man sehr schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Mit einem schuldenfreien Leben ist die Chance auf erholsame Nächte höher. Ich bin der Meinung, wenn man etwas haben möchte, man jedoch die finanziellen Mittel derzeit nicht hat, dann muss man auf das Produkt, auf den Urlaub oder was auch immer verzichten. Eingeschlossen sind auch die sogenannten 0%-Finanzierungen. Mit diesen Finanzierungen werden Verbraucher in die Schuldenfalle gelockt.

Dies zeigt auch ein Beitrag der ARD:

Hat man eine 0%-Finanzierung abgeschlossen, bekommt man immer wieder Werbung von der Bank, bei der man die Finanzierung abgeschlossen hat.

  • „Finanzielle Freiheit – jetzt Kredit beantragen“
  • „1.000€ sofort zur Verfügung“
  • „Gönnen Sie sich doch auch mal etwas – 2.000€ morgen auf ihr Konto“

Die Verlockung ist menschlich, dass man solch ein Angebot annimmt und schon hat man einen 2. Kredit.

Am Ende des Geldes ist noch soviel Monat übrig? Auch wenn man mit seinem Konto ins minus geht, und ein Dispokredit in Anspruch nimmt, hat man Schulden. Ja, auch wenn es jeden Monat „nur“ 5-6 Euro sind. Schulden sind Schulden. Alleine fürs Gefühl wäre es doch viel besser, wenn der Betrag auf dem Konto schwarz und nicht rot ist.

Kredite machen meiner Meinung nach nur in 2 Fällen Sinn:

  1. Investitionen oder beruflich notwendig
  2. Beispiele:
    Eine Firma benötigt einen Kredit für eine neue Lagerhalle, um künftige Großaufträge abzuwickeln

    Eine Person benötigt eine bestimmte Fortbildung oder Studium um eine bestimmte Karriere anzustreben

    Man hat keinen Notgroschen und das Auto, welches man unbedingt für den Weg zur Arbeit benötigt, bekommt einen Motorschaden. Bevor man seinen Job verliert, macht ein Kredit Sinn.

  1. Immobilie
  2. Beim Thema Eigenheim scheiden sich die Geister. Ich persönlich bin der Meinung, dass es durchaus sinnvoll sein kann, einen Kredit für ein Eigenheim aufzunehmen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass die selbstgenutzte Immobilie keine Investition ist. Außerdem sollte man nicht sein ganzes Erspartes in die eigene Immobilie stecken – viele Menschen übernehmen sich mit dem Eigenheim. Ändern sich die Lebensumstände, kann man bei Miete relativ flexibel in eine kleinere (oder größere!) Wohnung ziehen. Mit einem Eigenheim kann ich keine Fenster oder keine Türen verkaufen. Da steht man dann vor der Frage: Ganz verkaufen oder gar nicht. Eine selbstgenutzte Immobilie ist Luxus.

Kein Mensch ist perfekt – wenn man einmal einen Kredit aufgenommen hat, sollte man meiner Meinung nach alles dafür tun, diesen abzubezahlen.

Verschuldung ist meiner Meinung nach Gedankenlosigkeit. Es bringt nichts, wenn man die Augen verschließt und denkt: Irgendwie komme ich da schon durch. Um Schuldenfrei zu bleiben, benötigt man einen Überblick über seine Finanzen. Bezahle deine Rechnungen direkt. Kaufe nur das, was du dir leisten kannst. Wer einmal in der Schuldenfalle steckt, kommt nur sehr schlecht wieder da raus.

Hier Zinsen – da Zinsen. Nach und nach kommt ein großer Betrag zusammen. Um finanziellen Wohlstand zu erreichen, spielt der Zinseszinseffekt eine große Rolle. Bei der Verschuldung gibt es diesen auch- jedoch dass dieser schlecht für einen ist und nicht positiv.

Wenn du einen Kredit aufnehmen musst, nehme ihn bewusst auf und nicht fahrlässig. Ohne Kredit lebt es sich deutlich entspannter. Der finanzielle Druck ist nicht so groß wenn man schuldenfrei ist. Schuldenfrei leben heißt entspannter leben.

Wie ist deine persönliche Meinung zu Schulden? Hast du schon einmal Schulden gehabt? Wofür würdest du dich verschulden? Bist du Schuldenfrei?

5 Kommentare

  1. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, mit Fremdkapital in Aktien zu investieren und damit die Rentabilität des Eigenkapitals erhöhen.

    • Kann man theoretisch machen – finde ich persönlich ein schlechtes Vorgehen und zu riskant.
      Hast du bereits Erfahrungen damit gemacht?

  2. Seitdem wir unser Haus abbezahlt haben, hat sich unser Wohlbefinden deutlich erhöht. Einfach durch das Wissen, niemanden etwas „schuldig“ zu sein. Ein Einfamilienhaus ist Luxus, ganz klar.

    Eine 3. Möglichkeit, dass Schulden sinnvoll sein können, ist dann gegeben, wenn der Zins bei der Schuld niedriger ausfällt, als der Ertrag in anderen Anlageformen.
    Ich finanziere momentan mein Auto. Die Laufzeit des Kredits beträgt 4 Jahre und es fallen Zinsen in Höhe von 1.270 € an. Ich habe das Geld in Aktien angelegt und bekomme ca. 4.000 € Dividende über die Laufzeit. Vorteil rd. 2.700 €.
    Allerdings hatte ich ja das Geld für das Auto, daher sehe ich hier nicht die klassische Finanzierung auf Pump.

    • Danke für deinen Kommentar Alexander.
      Klar – rein rechnerisch kann es Sinn machen. Für den Kopf finde ich es jedoch „befreiender“, wenn man so einen Kredit nicht wählen würde. Aber das ist auch Einstellungssache. Ähnlich wie du das mit dem Haus bereits sagst – man ist niemanden etwas „schuldig“.

    • 4000 Euro Zinsen? Dann müsste das Auto 100.000 Euro kosten.

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