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Notgroschen – ein Must-have

Notgroschen

Was ist der Notgroschen?

„Spare in der Zeit – dann hast du in der Not“ ist ein altes Sprichwort, welches an Aktualität absolut nicht verloren hat.

  • Was tun, wenn die Waschmaschine kaputt geht?
  • Das Auto, auf welches man angewiesen ist, hat einen Motorschaden – und nun?
  • Was passiert, wenn meine Firma Insolvenz anmelden muss oder ich länger krank bin?

Für solche unerwartete Ausgaben ist ein Notgroschen die richtige Antwort.
Ein Notgroschen ist die eiserne Reserve. Ein flexibel zur Verfügung stehendes Geldposter. Der Notgroschen verhindert, dass ein teurer (Dispo-)Kredit von der Bank genutzt werden muss. Die Gefahr, in finanzieller Schieflage zu geraten, ist mit einem Notgroschen deutlich geringer.
Der Notgroschen ist für finanzielle Notfälle gedacht, die so nicht vorhergesagt werden können.

Er ist nicht dafür da, den nächsten Urlaub zu bezahlen oder um ein neues Sofa zu kaufen.

Wie viel Notgroschen ist genug?

Darauf kann keine pauschale Antwort gegeben werden. Es kommt immer auf die persönliche Lebenslage an. Als Faustregel gibt die Verbraucherzentrale 3-6 Monate Nettogehälter an (Quelle Verbraucherzentrale).

Ein kinderloses Ehepaar, welche zur Miete wohnt und verbeamtet ist, benötigt sicherlich ein anderes Geldpolster, als eine Familie, bei denen die Eltern beide Selbständig sind und in einem Eigenheim wohnen, welches noch nicht abbezahlt ist.

Um ein Gefühl dazu zu bekommen, wie hoch der Notgroschen sein muss, können folgende Fragen beantwortet werden:

  • Was ist das schlimmste, was mir finanziell passieren kann?
  • Bin ich beruflich auf mein Auto angewiesen? Dann wäre es sicherlich nicht schlecht, wenn ein gewisser Betrag für ein neues Auto zur Verfügung steht. Ein unvorhergesehener Unfall oder Motorschaden kann leider schneller passieren als man denkt.
  • Als Besitzer eines Eigenheimes – wie alt ist die Heizung?
  • Wie sicher ist mein Job? Was ist, wenn man als Selbstständiger plötzlich keine Aufträge mehr bekommt?
  • Kommt die jährliche Nebenkostenabrechnung wieder unerwartet?
  • Unterschätzt wird auch der Fall, falls ein Familienmitglied stirbt. Zu einem solchen Zeitpunkt ist es nicht schön, wenn Sorge über die Bestattungskosten besteht.
  • Was passiert, wenn mehrere unvorhersehbarer Ereignisse in kurzer Zeit eintreten?

Eine 100%-ige Absicherung aller Ereignisse ist unrealistisch. Angst ist jedoch fehl am Platz – jedoch sollte zumindest ein Notgroschen für – in finanzieller Hinsicht – erholsame Nächte sorgen.

Welche Möglichkeiten gibt es nun, die Höhe des Notgroschens zu bestimmen?

Notgroschen auf Basis von den monatlichen Ausgaben:

Beispiel:

Pro Monat habe ich Ausgaben von 1.500€.

Mit einem Puffer von 6 Monaten würde ich mich sicher fühlen – ergo 9.000€.

Notgroschen auf Basis von Nettogehältern:

Beispiel:

Das Nettogehalt pro Monat beträgt 2.000€

Mit einem Puffer von 6 Monaten würde ich mich sicher fühlen – ergo 12.000€.

Notgroschen auf Basis von Worst-Case-Szenarien:

Was ist das schlimmste, was mir passieren könnte?

Wie sicher ist mein Job? Wie teuer wäre eine neue Küche, ein neues Auto oder ähnliches?

Beispiel:

Verbeamteter, alleinstehender Mann ohne Wohneigentum, der ohne Auto nicht zur Arbeit kommt. 
Hier wäre der Worst-Case, dass z.B. sein Auto einen Motorschaden hat.

Wohin mit dem Notgroschen?

Für unvorhersehbare Zwischenfälle muss das Geld flexibel sein und schnell zur Verfügung stehen. Lange Kündigungsfristen oder großer Verwaltungsaufwand sind im Notfall fehl am Platz. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass der Notgroschen zumindest ein paar Zinsen abwirft, damit die Inflation keinen großen Anteil des Notgroschens minimiert.

Das Girokonto oder das klassische Sparbuch sind daher nicht zu empfehlen. Das Guthaben ist zwar innerhalb eines Tages nutzbar, jedoch bekommt man dort keine Zinsen.

Beim Festgeld ist der Betrag zu lange gebunden – für Notfälle also ungeeignet.

Aktien oder Fonds bieten zwar eine höhere Rendite als zum Beispiel das Girokonto – die Schwankungen des investierten Betrages ist jedoch für einen Notgroschen zu hoch. Desweiteren müssten diese erst verkauft werden, sodass die Beträge nicht ad-hoc zur Verfügung stehen.

Die Lösung ist meines Erachtens das Tagesgeldkonto.
Die gesparten Beträge stehen innerhalb eines Tages zur Verfügung. Die Verzinsung beträgt war in der derzeitigen Niedrigzinsphase lediglich 0,5 – 1% – dies ist jedoch immer noch besser als 0%. Die Vor- und Nachteile eines Tagesgeldkontos habe ich bereits in einem Artikel beschrieben.

Wie spare ich für die Notfallreserve?

Jeder sollte sich als erstes Gedanken machen, mit welchem Notgroschen er sich wohl fühlt. Steht der Betrag nicht direkt zur Verfügung, empfiehlt es sich, automatisch monatlich den Betrag auf das Notgroschen-Konto zu überweisen, der frei zur Verfügung steht.

 

Fazit:

Mit einem Notgroschen schläft es sich deutlich ruhiger als ohne. Es gibt keine pauschale Antwort darauf, wie hoch der Notgroschen sein soll – hier ist die persönliche Lebenssituation entscheidend. Man soll sich wohl fühlen – jedoch ist eine 100%-ige Absicherung unrealistisch.

Der Notgroschen ist ein absolutes Must-have.

1 Kommentar

  1. Pinkback: Notgroschen – Freitag der 13. – Investieren in Aktien

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