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Warum du nicht alles auf eine Aktie setzen solltest

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Vor einiger Zeit habe ich bereits einige Worte über Diversifizierung geschrieben.

Warum Diversifizierung so wichtig ist, versuche ich an einem praktischen Beispiel nochmal zu erläutern.

Gerade Anfänger investieren ihr ganzes Geld in ein einziges Unternehmen. Noch schlechter ist es, wenn das Unternehmen noch Verluste schreibt.

Nebenbei gesagt: Ich zähle mich persönlich auch noch zu den Anfängern und einen solchen Fehler habe ich persönlich auch in den letzten Monaten gemacht – daher auch dieser Beitrag.

 

Beispiel Rocket Internet

Über Rocket Internet kann man wahrscheinlich ganze Bücher schreiben.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet kann man in etwa so einordnen:

Vor einigen Jahren hat Rocket Internet Unternehmen von klein an aufgebaut und diese möglichst schnell groß gemacht.

In letzter Zeit hat das Unternehmen immer mehr in bereits existierende Unternehmen investiert.

Bekannte Firmen, an denen Rocket Internet eine Beteiligung hält sind zum Beispiel Zalando, Home24, Westwing, Lieferheld oder Hello Fresh.

 

Spekulation Rocket Internet

Um das Beispiel zu verdeutlichen nehmen wir Max.

Max ist 25 Jahre alt. Vor 2 Jahren hat er sein Studium abgeschlossen und seitdem lebt er sehr sparsam und hat 10.000€ gespart.

Dieses Geld möchte er jetzt investieren.

Er kauft für 10.000€ Aktien von Rocket Internet, da er davon überzeugt ist, dass Rocket Internet derzeit unterbewertet ist und dass das Unternehmen eine rosige Zukunft vor sich hat. Beim Kauf der Aktie hat er sich kein klares Ziel gesetzt – aber bevor das Geld auf seinem Girokonto rumliegt, investiert er es lieber.

 

Die Tage vergehen und täglich prüft Max, wie sich seine Aktien entwickeln. Es geht auf und ab.

 

Eines Morgens traut er seinen Augen kaum:

– 30%

3.000€ verloren und das über Nacht? Um 3.000€ zu sparen hat er etliche Monate gebraucht und jetzt soll das Geld über Nacht weg sein?

In den letzten Tagen gab es doch keine negative Meldungen, sondern wenn es welche gab, dann waren diese Meldungen positiv.

Er informiert sich und merkt:

Ein Großaktionär glaubt scheinbar nicht mehr an Rocket Internet und hat seine Aktien abgestoßen.

Beim Verkauf der Aktien sank der Kurs.

Er weiß nicht so recht, wie er mit der Situation umgehen soll. Max macht sich Gedanken und hat in seiner Situation dutzende Möglichkeiten.

Über drei Möglichkeiten denkt er intensiver nach:

 

Mehr Geld investieren

Max kann sich darüber freuen, dass er günstig weitere Aktien von Rocket Internet nachkaufen kann. Doch vielleicht hat der Großaktionär ja Recht und die Aktie sinkt weiter und erholt sich vielleicht nie?

 

Aktien verkaufen

Um nicht weitere Verluste zu haben, kann Max auch seine Aktien verkaufen. Lieber schnell verkaufen, bevor der Preis der Aktie weiter nach unten rutscht und er noch mehr von seinem hart ersparten Geld verliert. Doch eigentlich möchte er die 3.000€ ja wieder haben.

 

Nichts machen

Bevor er kauft oder verkauft, kann er den Aktienkurs auch erst mal so hinnehmen und hoffen, dass sich dieser wieder erholt. Doch da er sich kein klares Ziel gesetzt hat, weiß er nicht so recht, ob sich der Kurs dann wieder erholt hat, wenn er das Geld wieder braucht.

 

 

Alle drei Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile. Welche Möglichkeit „die richtige“ ist, kommt immer auf die persönlichen Umstände und auf das Unternehmen an, indem man investiert hat. Bei diesem Beispiel würde ich sogar eher sagen, dass Max nicht investiert, sondern spekuliert hat. Das wichtigste was er jetzt jedoch machen kann ist meiner Meinung nach folgende: Aus den Fehler lernen. Man sollte sich genau überlegen, warum man investiert und wie lange man auf das investierte Geld verzichten kann.

Bei einem breit gestreuten Aktiendepot hat man solche Probleme bzw. Gedanken nicht. Wenn dort mal der Kurs einer Aktie fällt, fällt der Wert des gesamten Aktiendepots nur in einem bestimmten Umfang.

 

Ein diversifiziertes Aktiendepot ist heute leicht möglich: passive Indexfonds, Aktiensparpläne auf mehrere Unternehmen oder auch viele verschiedene Einzelaktien.

 

 

PS:

Dies ist keine Bewertung über die Firma Rocket Internet. Statt Rocket Internet hätte man auch zig andere Firmen nehmen können.

Mit dem Beitrag möchte ich Rocket Internet nicht positiv, aber auch nicht negativ werten. Es geht lediglich darum, ein Beispiel aus der Praxis zu zeigen.

2 Kommentare

  1. Hi,

    schönes Beispiel. Diversifizierung ist eine Grundlage für den Portfolio und Vermögensaufbau. Auch ich habe das am Anfang nur bedacht, aber nicht gemacht.

    Was ich nicht ganz verstehe:
    Doch da er sich kein klares Ziel gesetzt hat, weiß er nicht so recht, ob sich der Kurs dann wieder erholt hat, wenn er das Geld wieder braucht.“

    Weiß er denn mit einem Ziel schon, ob sich der Kurs dann wieder erholt hat? Das wäre ja trotzdem ein Blick in die Glaskugel, oder?

    Jedenfalls ein schönes Beispiel, dass sich das Risiko mit einer Diversifikation verringern lässt.

    LG
    Johannes

  2. Hallo Johannes,
    danke für deine Antwort.

    Natürlich weiß er nicht, ob sich der Kurs wieder erholt. Jedoch könnte man sich folgende Ziele setzen:
    – Sobald die Aktie um 30% nach unten rutscht, verkaufe ich
    – Ich kaufe die Aktie und halte Sie ein Leben lang – irgendwann wird sie bestimmt nochmal steigen
    – Ich setze auf die Dividenden und der Kurs ist mir egal – Hauptsache die Dividenden werden nicht gekürzt
    – Ich kaufe mind. X Aktien (oder einen/mehrere Fonds) um ausrechend zu diversifiziert zu sein
    – …

    Ich bin der Meinung, man sollte sich vor dem Kauf einer Aktie Gedanken darüber machen, warum man diese kauft. Dann hat man solche Gedanken nicht, wenn der Preis fällt/steigt. Natürlich muss man dann immernoch diszipliniert sein, es fällt einem jedoch evtl. ein wenig leichter.

    Viele Grüße,
    Daniel

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