Erfahrungen/Meinungen

Meine Erfahrungen mit Companisto

Täglich gib es zig neue Startups die gegründet werden. Startups haben am Anfang oft eine große Vision und überdurchschnittlich motivierte Gründer. Eine große Herausforderung für Startups ist es jedoch, dass diese meist mit wenig Geld gegründet werden. Qualifizierte Mitarbeiter sind in der heutigen Zeit teuer. Die Gefahr, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig Gewinne macht oder dass ein anderes Unternehmen einen überholt ist sehr groß. Gestandene Firmen haben oft mehr Kapital zur Verfügung – jedoch sind diese auch in der Regel nicht so schnell in der Einführung neuer Produkte bzw. die Firmen sind nicht intuitiv genug.

Um die Lücke beim Kapital der Startups zu füllen gibt es das Crowdinvesting.
Mit meist kleinen Beträgen investieren Anleger in ein Startup. Die Anleger werden dann bei Gewinnen oder einem sogenannten Exit (Verkauf) des Unternehmens beteiligt.

Bereits vor 3 Jahren habe ich mich bei Companisto angemeldet. Companisto ist eine Plattform, bei der man sehr einfach per Crowdinvesting in Firmen investieren kann. Jeden Monat bewerben sich bei Companisto rund 100 Startups für ein Crowdinvesting. Companisto prüft dabei die Unternehmen und lässt in der Regel 1% aller Unternehmen die angefragt haben zu.

Grundsätzlich gibt es 2 Möglichkeiten über Companisto zu Investieren:
Venture Loan: Hier erhält man einmal im Halbjahr eine Zinszahlung.
Startup-Anteile: Einmal im Jahr bekommt man hier eine Gewinnausschüttung. Auch bei einem Exit verdient man.

Mit der Möglichkeit über Venture Loan zu Investieren habe ich bisher keine Erfahrung gesammelt. Bisher habe ich einmal die Möglichkeit genutzt, bei einem Startup zu Investieren.

Vor 3 Jahren habe ich über Companisto in Foodist investiert. Foodist bietet internationale Delikatessen-Boxen an. Diese werden direkt an den Endkunden verschickt. In den Boxen enthalten sind aller Art Delikatessen – von Keksen, über Gewürze, Nudeln, bis hin zu Wein ist das Angebot sehr groß. Zum Start gab es genau eine Box monatlich. Man konnte sich für das Angebot entscheiden – man wusste jedoch nicht, welche Lebensmittel genau im Paket waren. Gerade dies war verlockend, da man so auch mal andere Lebensmittel ausprobiert. Ich habe mir eine Box testweise bestellt und war sehr begeistert. Ähnlich wie bei meinem ersten Aktienkauf wollte ich keine große Summe investieren. Zugegeben: Damals war ich Student und konnte auch gar keine großen Summen investieren. 2013 investierte ich also 130€ in Foodist. In den Jahren danach habe ich immer mal wieder Foodist und Companisto verfolgt. 2016 gab Foodist dann seinen Exit (https://www.companisto.com/de/article/article-1554) bekannt. Mit dem Exit hatte mein Investment eine Rendite von 92,31%. Hier hatte ich sicherlich viel Glück und die Rendite ist garantiert nicht die Regel.

screenshot_companisto

Screenshot Companisto.com

Heute bietet Foodist zig verschiedene Boxen an und ich bin immernoch sehr überzeugt von dem Unternehmen. Auch das Investieren über Companisto war sehr einfach und die Seite von Companisto ist sehr übersichtlich und gut gestaltet.

Anders als beim Investieren in Aktien, weiß man vorher nicht ganz so viel über das Unternehmen. Die Unternehmen haben keine so detaillierten Bilanzen ausgewiesen und zudem kann man nicht in die Firmenvergangenheit schauen, da Startups oft gerade erst entstanden sind.

Die Wertentwicklung meines Investments ist natürlich sehr positiv. Ob ich noch einmal per Crowdinvestment investieren würde weiß ich nicht. Für mich ist die Wertentwicklung und die Bewertung intransparent. Jedoch werde ich mir genau wie die letzten Monate kurz die neuen Unternehmen angucken, die bei Companisto Geld sammeln. Bei meinem nächsten Investment muss ich aber wieder 100%ig vom Unternehmen überzeugt sein.

Kosten

Bei Companisto hat man keine Anmeldegebühr oder laufende Kosten. Companisto verdient Geld, wenn auch der Anlager Geld verdient. Von den Gewinnen erhält Companisto eine 10%ige Erfolgsbeteiligung.

Fazit
Companisto ist als Crowdinvesting-Plattform grundsätzlich zu empfehlen – in welchen Unternehmen dort genau investiert, sollte man sich vorher jedoch grundlich überlegen. Generell ist Crowdinvesting eher eine risikobehaftete Investitionsart. Man sollte aufjedenfall nur das Geld investieren, welches man über hat. Es besteht grundsätzlich die Gefahr eines Komplettausfalls der Investition.

HIER gibt es weitere Informationen.

5 Kommentare

  1. Julia (Finanzblogleserin)

    Ich habe wie du vor einigen Jahren über Companisto eine kleine Summe in ein Startup investiert (BiteBox). Im Nachhinein habe ich mich geärgert. Die Fakten sind recht intransparent in einem Vertrag versteckt, es wird sehr mit Emotionen gespielt: guck her was wir für ein tolles Lifestyle-Produkt haben, nur noch X Tage bis Fundingende, schon 257% des Fundingziels erreicht…
    Dass das auch übersichtlicher und nüchterner geht zeigen andere Plattformen wie z.B. Deutsche Mikroinvest oder LeihdeinerUmweltGeld, da wird klarer kommuniziert was einen erwartet (Zinsen, Laufzeit, etc.).

    Crowdinvesting in Startups ist super riskant, und als Laie kann man kaum beurteilen, wie solide oder erfolgreich eine neu gegründete Firma sein wird. Die Firmenidee und/oder das Gründerteam kann noch so toll sein, das ist kein Garant dafür, dass die Firma damit Erfolg hat oder dass du als Crowdinvestor an diesem Erfolg auch ordentlich teilhast.
    Man sollte nur ein wenig „Spielgeld“, also kleine Summen deren Verlust man verschmerzen kann, in so was investieren.

    Gut, dass es bei dir so super lief und du deinen „Einsatz“ fast verdoppeln konntest.

    • Es ist immer wieder erstaunlich, wie über die einen geschimpft wird und andere gelobt werden. Was bitte, liebe Julia, ist bei der Deutschen Mikroinvest übersichtlicher als bei Companisto? Bei DMI wird nicht nur verschwiegen, wie erfolgreich ein Projekt wirklich ist, nein, die weisen sogar die Fundinglimits als tatsächliches Investment aus. Und Pleiten werden totgeschwiegen. Echt tolle Transparenz!
      Meine Empfehlung: Finger weg! Finger weg von solchen Anbietern und Finger weg von Investments, die zu schön sind um wahr zu sein – egal auf welcher Plattform. Immer Gehirn und Bauch einschalten.

    • Vaclav

      100 prozentige Sicherheit gibt es nicht! Maximal 50% sie sehr gut sind.

  2. Interessant, hatte ich noch nie etwas davon gehört.
    Ich sehe es auch so, etwas Spielgeld, dass man verschmerzen kann, darf da mal riskieren. Läuft es richtig gut, kann man immer behaupten: „Ich war von Anfang an dabei.“ 🙂

  3. Ich habe letztes Jahr eine kleinere Summe in Hundemaxx investiert (über Companisto). Was mich dabei gereizt hat, waren die 8 % p.a., die halbjährlich gezahlt werden. Die Laufzeit beträgt 4 Jahre. Bisher habe ich 3 Zahlungen erhalten. Ich hoffe natürlich, dass sich das Unternehmen die nächsten Jahre gut entwickelt und nicht insolvent geht. Das Risiko ist bei Startups schon recht hoch, das war mir aber auch von Anfang an klar und ich wollte dies einfach einmal ausprobieren. Ansonsten investiere ich hauptsächlich in Aktien 🙂

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