Stabilität im Aktiendepot dank Risikostreuung (Diversifizierung)

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Risiken minimieren – das hört sich doch eigentlich ganz sinnvoll an. Denn keiner möchte unnötige Risiken mit seinem hart verdienten Geld eingehen.
Ein Grund warum viele in Aktien investieren ist auch die Altersvorsorge. Dies ist auch einer meiner persönlichen Gründe. Meine Gedanken hierzu habe ich hier im Blog beschrieben (Gedanken und Motivation).
Gerade bei der Altersvorsorge ist Stabilität sehr wichtig.
Stabilität kann man durch Diversifikation erreichen, denn diversifizieren heißt Risiko streuen.

Konkretes Beispiel zur Diversifikation:

Ein Investor, der nur deutsche Aktien kauft, hat unnötig viel Risiko in seinem Depot. Durch neue Gesetze, Naturkatastrophen oder sonstigen, nicht planbaren Ereignissen kann der deutsche Aktienmarkt zusammenbrechen und so besteht ein hohes Risiko für den Investor viel Geld zu verlieren. Er hat nicht genug diversifiziert. Hat er jedoch Aktien aus der ganzen Welt, fallen solche lokalen Probleme in seinem Depot nicht stark ins Gewicht.

Das ganze war nur ein kurzes, fiktives Beispiel.
Es gibt verschiedene Arten von Diversifikation, auf die ich jetzt eingehen möchte.

Diversifikation nach Anlageklassen  – Asset Allocation

Generell finde ich, sollte man auch nie 100% seines Geldes in Aktien investieren. Es macht durchaus Sinn, sein Geld auf mehrere Anlageklassen aufzuteilen – eben zu diversifizieren. Hierzu gehören z.B. Aktien, Anleihen, Edelmetalle oder Immobilien. Bei Aktien sind die Chancen auf hohe Renditen zwar höher als bei Anleihen – jedoch ist dort auch die Gefahr auf Verluste höher. Ein reines Investment in Aktien wäre also risikobehaftet. Mit einem reinem Investment in Anleihen würde man jedoch keine hohen Renditen einfahren. Mit einer guten Diversifizierung bekommt man ein Mix aus Sicherheit und Renditechance.
Die Risikofreudigkeit eines einzelnen Anlegers ist hier ausschlaggebend, zu welchen Anteilen er in welche Klasse investiert.

Da es in diesem Blog hauptsächlich um Aktien geht, stelle ich die Diversifizierung innerhalb der Anlageklasse Aktien vor. Noch konkreter gesagt, geht es um Einzelaktien.
Aus meiner persönlichen Sicht machen folgende Diversifikationen Sinn:

Diversifikation nach Branchen

Die Dotcom-Blase im Jahr 2000 hat gezeigt: Wer im Frühjahr 2000 sein gesamtes Vermögen in Technologieaktien investiert hat, hatte in dem Jahr einige Verluste. Der Anleger, der sein Vermögen auf mehreren Branchen verteilt hat, hatte mehr Stabilität und die Verluste waren nicht so hoch – evtl. waren sogar die anderen Branchen so stark, dass das Depot trotz Platzen der Dotcom-Blase im Plus war. Eine Diversifizierung nach Branchen macht also durchaus Sinn.
Persönlich halte ich eine Diversifikation über mindestens 5 Branchen für sinnvoll:

  • Technologie (Hard- und Software, Telekommunikation)
  • Energie/Rohstoffe
  • Finanzen/Versicherungen
  • Gesundheit (Medizin, Pharma und Biotechnik)
  • Handel/Konsum
  • Industrie

Technologie:
Technologie ist ein sehr weit gefasster Begriff. Hiermit meine ich sowohl physische Produkte (Hardware), als auch nicht-physische Produkte (Dienstleistungen oder Software). Halbleiter, Glasfaser oder auch Smartphones sind einige Beispiele für physische Produkte. SAP wäre ein Beispiel für ein Unternehmen, welches nur nicht-physische Produkte (Software) anbietet. Unternehmen wie Apple bieten beide Art von Produkten an. Die Technologiebranche spielt seit einigen Jahrzehnten eine immer größere Rolle.

Energie/Rohstoffe:
Die Energiebranche ist sehr groß.
In den börsennotierten Unternehmen sortiert nach Umsatz sind unter den ersten 5 Rängen 4 Unternehmen aus der Energiebranche (Quelle).
Der größte Anteil der Energie stammt derzeit nach wie vor aus fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas. Die Branche ist derzeit jedoch im Umbruch – Solar- oder Windenergie holen auf. In den letzten Monaten ist das Thema „Elektroauto“ in aller Munde.

Gesundheit:
Der demografische Wandel – der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steigt stetig – bedeutet auch für die Gesundheitsbranche eine große Herausforderung aber auch eine große Chance. In den letzten Jahren hört man vermehrt auch von neueren Biotech-Unternehmen.

Handel und Konsum:
Man sagt „Gegessen und getrunken wird immer“ – und das stimmt auch. In Zeiten der Globalisierung spielt zudem der Handel eine immer größer werdende Rolle.
Unternehmen in der Handel- und Konsumgüter-Branche weisen eine große Stabilität aus. Die Einstiegshürde für neue Unternehmen ist im Vergleich zur Technologiebranche deutlich höher, da dort gerade am Anfang das Investitionsvolumen deutlich höher liegt.
Bekannte Unternehmen aus der Branche „Handel und Konsum“ sind zum Beispiel Coca-Cola oder Procter & Gamble.

Finanzen/Versicherungen:
Wir als Anleger sind mit der Finanzbranche vertraut. Banken spielen in Zeiten der Globalisierung eine wichtige Rolle. Die weltweit 5 größten Banken haben zusammen einen Börsenwert von 1027,79 Milliarden US-Dollar (Quelle). Versicherungen sind heutzutage auch unabdingbar. Mit einer Haftpflicht- oder KFZ-Versicherung kann man sich gegen Unfälle absichern, bei denen die Chance hoch ist, dass diese einmal geschehen.
Bekannte Versicherungen sind zum Beispiel die Allianz oder Munich Re.

Industrie
Auch die Industrie ist eine sehr große Branche mit vielen unterschiedlichen Unternehmen. In dieser Branche sehe ich hauptsächlich Unternehmen, die Dinge für andere Unternehmen herstellen. Beispiele: 3M oder Caterpillar

Diversifikation nach Regionen

Wie im obigen Beispiel erklärt, bekommt man mehr Stabilität in sein Depot, je breiter die Länderanzahl ist.
Die Auswahl der Regionen fällt mir jedoch schwerer als die Auswahl der Branchen. Im Zuge der Globalisierung ist es oft nicht ersichtlich, in welchen Ländern die Unternehmen wie stark vertreten sind. Coca-Cola hat zwar seinen Hauptsitz in Atlanta – die Fabriken sind jedoch auf der ganzen Welt verteilt.

Persönlich möchte ich mit meinem Depot mindestens die USA und Europa abdecken.

Diversifikation innerhalb einer Aktie

Auch bin ich der Meinung, dass es innerhalb eines Unternehmens Diversifizierung gibt.
Ein Unternehmen wie Procter & Gamble hat zum Beispiel zig Marken unter sich. Hierzu zählen zum Beispiel Ariel, Lenor, Swiffer, Braun, Gilette, Oral-B oder Pampers. Die Produkte von Procter & Gamble werden in insgesamt 180 Ländern verkauft. Das Unternehmen ist also in sich stark diversifiziert. Schwächelt eine Marke, ist die Chance hoch, dass eine andere Marke dies ausgleichen kann.

Ein Negativbeispiel zur Diversifizierung wäre zum Beispiel Apple. Das Unternehmen Apple vertreibt alle seine Produkte auch unter dem Namen Apple. Die Markenbekanntheit von Apple ist sehr hoch. In positiven Zeiten hat dies wahrscheinlich viele Vorteile. Hat die Marke jedoch nachhaltig einen schlechten Ruf bekommen wirkt sich dies für das Unternehmen schlecht aus.

Anzahl der Aktien in einem Depot

Die letzten Monate habe ich viele verschiedene Ratschläge zur Anzahl der Aktien im Depot gelesen. Diese reichten von 10 bis 40 Aktien.
Wie viele Aktien man sich final ins Depot legt, ist denke ich individuell abhängig. In je mehr Aktien man investiert ist, desto höher ist auch der Zeitaufwand, da man regelmäßig die Unternehmen prüfen sollte, ob diese noch grundsätzlich zu einem passen.

 

Alternativen

Nur um es nich ganz unerwähnt zu lassen: Es gibt auch Anhänger von Unterteilungen nach risikobehaftet/risikolose Aktien (Portfoliotheorie), Dividendenaktien/ nicht-Dividendenaktien oder auch eine Diversifizierung nach Anlagezeitraum. Diese halte ich persönlich für mich nicht sinnvoll, da alle meine Investments in eher risikolosen Aktien stattfinden. Zudem möchte ich fast nur Dividendenaktien kaufen und diese möglichst nicht verkaufen. Die Diversifikation ist also auch immer abhängig von der persönlichen Aktienstrategie.

 

Fazit:
Die oben genannten Arten der Diversifikation finde ich persönlich sinnvoll.

Es gibt bei der Diversifikation kein eindeutiges richtig oder falsch. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich so weit diversifiziere, bis jede einzelne Aktie maximal 5% der Gesamtsumme ausmacht. Das wären also mindestens 20 Aktien. Ob meine Diversifikation dann abgeschlossen ist oder nicht, werde ich dann entscheiden. Vor dem Besitz der 20 Aktien werde ich jedoch keine Aktie nachkaufen, sondern erst diversifizieren. In den 20 Aktien sollen sich dann die oben erwähnten Branchen und Regionen widerspiegeln.

 

Was haltet ihr von der Aufteilung? Sinnvoll oder nicht? Wie diversifiziert ihr?


Daniel
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Moin!

Willkommen auf meinem Blog. Ich schreibe hier über meine persönlichen Erfahrungen über das Investieren in Aktien.

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Anzahl Kommentare: 2
  1. Shamba -

    Hallo Daniel,
    sehr schöne Aufteilung in verschiedene Branchen. In welche Kategorie würdest Du den Chemieunternehmen (z.B. BASF) eingruppieren?


    1. Daniel -

      Hallo Shamba,
      danke für deine Antwort!
      Das ist tatsächlich eine gute Frage. Bisher habe ich relativ wenig Wissen was Chemie anbelangt. Bevor ich in einer Branche investiere, möchte ich diese auch zumindest in den Grundzügen verstehen. Beim Schreiben des Artikels ist mir das Fehlen der Chemiebranche auch aufgefallen. In der obigen Aufteilung passt die Branche auch unter Industrie – wobei diese auch in sich schon relativ groß ist. Erstmal habe ich mich entschieden, die Branche explizit rauszulassen. Die oben genannten Branchen sind auch „mindestens“ die Branchen, in der ich investieren werde. Sicherlich werden noch 1-2 dazugekommen.
      Beste Grüße,
      Daniel


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